Burgmuseum

Nach Jahren des Verfalls gelang es den Mitgliedern des Heimat- und Kulturvereins ein seltenes Kleinod zu schaffen: Das Hallersteiner Burgmuseum

Über dem Gewölbekeller der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Schloßruine wurde im vergangenen Jahrhundert vom hiesigen Gastwirt ein Tanzsaal errichtet. Später richtete man dort Wohnungen für Flüchtlinge ein. Seit dem Ende der 60er Jahre stand das sog. Burghaus leer und wurde durch Vandalismus erheblich beschädigt. 1989 überließ der Eigentümer, Freiherr Leuckart von Weißdorf das Anwesen dem Verein zur Nutzung.
Mit viel Elan ging man daran, die Schäden zu beheben und die einzelnen Räume thematisch auszugestalten. Neben Möbeln und hauswirtschaftlichen Geräten, finden sich dort museale Werkzeuge aus verschiedenen Handwerkszweigen und bäuerliche Gerätschaften sowie ein Raum, der der Entwicklung der Feuerwehr gewidmet ist. Das Burgmuseum ist alljährlich zum „Tag des Offenen Denkmals" und an Weihnachten geöffnet. Öffnung auch nach Vereinbarung, Tel. 09284 - 8912.

Im Burgkeller lagern Geräte, die zum Bierbrauen verwandt wurden. Im Haus sind in einer Küche ein Webstuhl und Haushaltsinventar ausgestellt.

Im "Feuerwehrzimmer" sind eine alte Handdruckspritze und weitere nicht mehr gebräuchliche Feuerwehrutensilien und - uniformen zu sehen.

Auf dem Dachboden lagern bäuerliche Geräte wie Pflüge und Werkzeuge zur Flachsherstellung, aber auch die gewaltigen Bohrer, mit denen einst Baumstämme für die Hallersteiner Wasserleitung ausgehöhlt wurden.

Im Schlafzimmer steht ein Bett aus dem 18. Jahrhundert mit Strohsack und originaler Bettwäsche. Daneben findet sich handgefertigtes Spielzeug.

Im "Weberzimmer" nimmt ein Musterwebstuhl den meisten Raum ein.

Im angrenzenden Geräteraum können verschiedene Maschinen zur Milchverarbeitung betrachtet werden und - als besondere Rarität - eine Sackausklopfmaschine, mit der man den letzten Krümel Mehl aus den Leinensäcken herausholen konnte.

Im Außengelände befinden sich neben den kleinen Bauerngarten ein Göpel, mit dessen Hilfe einst durch die Kraft von Zugtieren die Dreschmaschine angetrieben wurde, und der Pechstein, auf dem aus Kienholz verschiedene Harzprodukte gewonnen werden.

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